Kroatienurlaub 2017

29.09.2017

So, da ist er wieder, der jährliche Segelurlaub-Bericht. Auch diesmal waren wir wieder in Kroatien. Wie immer starteten wir um 2°° vom Dresdner Tor und fuhren über München in Richtung Österreich. Dort war dann nach dem Frühstück ein Fahrerwechsel angesagt. Weiter ging die Tour über Italien und Slowenien nach Kroatien. Die letzten 100km fuhr ich dann wieder. Diese beinhalten auch die extrem ermüdende Route über die Insel Krk. Kurz vor dem Hafen Punat fuhren wir in eine Gewitterfront. So viel Wasser, wie da runter kam, habe ich noch nie auf einer Straße gesehen. Stellenweise konnte man die Fahrbahnmarkierung nicht mehr erkennen und man kam sich vor, wie in einer Autowerbung. Links und rechts schoss das Wasser empor, entgegenkommende Fahrzeuge schaufelten Unmengen an Wasser auf die Scheibe.

Dieses Jahr sind wir so früh wie noch nie in der Marina angekommen und waren guter Hoffnung, am selben Tag noch abzulegen. Also ab in die Regenklamotten und anmelden gehen. Der Regen ließ nach und wir inspizierten die Segelyacht. Sie hieß Jana 1, eine Bavaria Cruiser 50, die schon ein wenig in die Tage gekommen ist. Dazu kam noch, dass deren Zustand arg wartungsbedürftig war. Aufgrund des starken Regens konnte man gut sehen, dass so ziemlich alle Fensterdichtungen nicht dichthielten. Zudem waren die Seilklemmen ab- und angebrochen, die Fock und das Groß ließen sich sehr schwer ziehen und viele der losen Seile waren angeschnitten. Dies ist wahrscheinlich beim Festmachen an der Küste, durch die scharfen Steine, passiert. Auch die Sprayhood war alles andere, als Wasserdicht. Ein weiteres Menko war, dass die Öse an der Fock, welche zum Befestigen der beiden Fockleinen benötigt wird, teilweise von der Fock losgerissen war. Das Aufnehmen all dieser Problemchen und die vorhergesagte Gewitterfront verzögerten das Ablegen, sodass wir diesen Tag im Hafen blieben. Die Fenster wurden teilweise durch das Personal der Marina und uns abgeklebt. Den ersten Abend hatten wir dennoch Konstruktionen aus Stricken und Eimerchen an den Fenstern und der Verkleidung befestigt, sodass das eindringende Wasser nicht von der Decke tropfte.

Vorab möchte ich sagen, dass ich nicht wirklich Fotos vom Segeln geschossen habe, weil ich dieses Jahr gut mit eingespannt war. Dennoch habe ein paar gute Fotos gefunden, welche ich gerne mit euch teile.

Am ersten Tag kamen wir in den Genuss von perfekten Segelwetter. Es war leicht bewölkt und der Wind wehte mit 20 – 26kn (mal 1,8 für km/h) Wind. Unter Segel erreichten wir konstante 7kn, Höchstgeschwindigkeit waren 8,4kn. Aufgrund dieser perfekten Voraussetzungen segelten wir an diesem Tag direkt nach Ilovik, wo wir an einer neuen Form von Mouringbojen festmachten. Bekannt sind uns nun die folgenden Typen:

  • Bojen mit einer großen Metallöse on top, durch welche ein präpariertes Seil zu fädeln ist.
  • Bojen mit einem bereits präparierten Seil, welches bereits eine Palstek-Schlaufe besitzt.
  • Bojen mit einem präparierten Seil, welches auch eine Schlaufe besitzt. Dieses funktioniert wie eine Öse, durch welche das Seil zu fädeln ist.

Die folgenden Fotos sind von diesem Tag und zeigen ein weiteres Segelboot mit selben Kurs und das kleine Städtchen Ilovik bei Sonnenuntergang.

Canon EOS 7D (60mm, f/8, 1/640 sec, ISO100)

Canon EOS 7D (22mm, f/8, 1/320 sec, ISO100)

Canon EOS 7D (24mm, f/8, 1/125 sec, ISO100)

 

Den nächsten Tag hielt das Wetter an, so segelten wir mit 16kn Wind in zu einer Mouringbucht im Südosten der Insel Skarda. Dort waren wir baden und haben ausgiebig geschnorchelt, wobei relativ wenige Doraden, Seeigel und ein paar Seesterne zu sehen waren.

Canon EOS 7D (70mm, f/8, 1/640 sec, ISO100)

 

Der darauffolgende Tag begann mit Regen und Wind. Macht nichts, dachten wir uns und verließen uns auf die vorausgesagten 35kn Wind aus W – NW. Mit dieser Vorhersage war das nächste Ziel Mali Losinj. Aber Pustekuchen, wir segelten mit stark gereffter Fock am Wind gegen 40+kn Wind. Sobald wir aus aus der Abdeckung der Inseln waren, holten wir die Segel rein und motorten knapp 2h. Dabei kamen zusätzlich zu dem Wind auch starke Regenschauer dazu. Aufgrund des entgegen strömenden Wellengangs und des Windes betrug unsere Geschwindigkeit nur 2kn, sodass wir uns dazu entschieden, wieder in Ilovik festzumachen. Dieses Mal an einer Mouringboje in Hafennähe, damit wir weniger Arbeit beim Übersetzen mit dem Dinghy haben. So schlenderten wir durch das kleine Dorf.

Neben uns legten weitere Segler an den freien Mouringbojen an, welche allerdings für unsere Bootgröße einen zu geringen Abstand hatten. So wachten wir mitten in der Nacht, 2:30 Uhr, durch mehrere Schläge ans Boot auf. Der Wind hatte gedreht, sodass unser Boot mit der Nachbaryacht kollidierte. Zum Glück entstand dadurch kein Schaden. Der Skipper des anderen Schiffes war auch sofort zur Stelle und fierte seinte Leine zur Boje auf. Dadurch gewannen wir ein wenig Abstand zum Boot, welches aber in Böen trotzdem sehr nah kam. Ein weiteres Problem war, dass seine Mouringboje immer noch neben unserer Yacht lag und sie somit theoretisch unter unser Boot slippen konnte. Besonders gefährdet wäre dabei unsere Ruderanlage. Also entschiedenen wir das Mouringfeld zu wechseln und weiter nördlich im selben Hafen an zu legen. Nach 3 Uhr machten wir einer neuen Boje mit genügend Abstand fest. Wieder eine Erfahrung mehr. Nach einem Anleger (alkoholisches Getränk, mit welchem nach dem Anlegen angestoßen wird), gings auch wieder ins Bett.

Canon EOS 7D (10mm, f/8, 1/10 sec, ISO100)

Canon EOS 7D (22mm, f/6.3, 1/80 sec, ISO250)

Canon EOS 7D (22mm, f/8, 1/400 sec, ISO100)

Canon EOS 7D (10mm, f/3.5, 1/320 sec, ISO100)

Canon EOS 7D (22mm, f/4.5, 1/250 sec, ISO100)

 

Der Wetterbericht für den nächsten Tag sagte 17kn Wind auf N, NO voraus. Da Mali Losinj nur 10sm entfernt war, hatten wir uns dafür entschlossen in Richtung Rab zu segeln. Nungut, die 17kn Wind verwandelten sich nach der Hafenausfahrt in 45kn mit einem Wellengang von knapp 2m. Da unser Schiff eine alte Baureihe von Bavaria war, besaß diese Yacht kein Doppelruder, sondern nur ein einziges. Durch die Wellen und den extrem starken Wind, hatten wir kaum Ruderwirken und kamen zudem nicht weiter. Wir sind gefühlt eine Stunde gegen die Wellen angefahren und haben vlt. 500m geschafft. An eine weitere Überfahrt war also nicht zu denken, weshalb wir zurück nach Ilovik fuhren und dort erneut festmachten. Nach einer Kaffeepause entschieden wir uns, doch nach Mali Losinj zu fahren, weil wir auf dieser Seite in der Windabdeckung seien. Dem war auch so. Dieses Mal wussten wir allerdings, dass es bei sehr starkem Wind auf der Luvseite einer Insel, zu sehr starken Böen auf der Leeseite kommen kann. Deshalb hatten wir lediglich 1/3 der Fock draußen und segelten bei anfangs 30kn Wind gen Mali Losinj. Dann kamen die Böen ins Spiel, welche in Spitzen 55kn (11 Bft) erreichten. Das Boot wurde aufgrund seiner Luvgierigkeit direkt in den Wind gezogen, wir erreichten eine Schräglage von 30 – 40°. Von 5kn Fahrt beschleunigten wir sofort auf 7 – 8kn. Der Skipper im Boot hinter uns war auch recht optimistisch, als er in der Landabdeckung die volle Besegelung setzte. Die erste Böe ließ die Yacht sehr stark kränken, worauf sie sich in den Wind drehte. Wir und die andere Crew holten die Segel ein und motorten nach Mali Losinj. Unterwegs sahen wir in der Ferne ein Segelboot mit komplett zerstörter Fock. In Mali Losinj angekommen, trafen wir die eben genannte Crew und auch den Skipper von drei Uhr nachts wieder. Dieser berichtete uns von seinen weiteren Plänen und erläuterte uns die Möglichkeit einer Abkürzung über eine Durchfahrt über welche eine Brücke verläuft. Diese würde uns die komplette Nordumsegelung der Insel Cres ersparen. Die Brücke öffnet täglich 9 und 18 Uhr.

Am Abend aßen wir in unserem Stammlokal Abendbrot und ließen den Abend an Board ausklingen.

Auf diesem Turn haben wir das erste Mal gesehen, wie Wolken aus einer Borawalze, die Berge runter aufs Meer gezogen werden.

Canon EOS 7D (70mm, f/4.5, 1/2500 sec, ISO100)

 

Um die Öffnung der Brücke am nächsten Tag und das vorherige Tanken zu schaffen, ging es früh aus der Feder. Ich bin ein wenig eher wach geworden und haben 1, 2 Fotos vom Hafen geschossen. Ohne Frühstück legten wir ab, fuhren Tanken und warteten mit geschätzt weiteren 15 Booten auf die Öffnung. Es wehte nur wenig Wind, rund 7kn. Die Durchfahrt war recht eng bemessen, dennoch glitten wir mit rund 1m nach links und rechts Platz hindurch. Aufgrund der Windsituation segelten wir nur wenig und fuhren in eine kleine Bucht zum Frühstücken. Des Weiteren entschieden wir uns für eine Bucht auf der Insel Rab, Nördlich der Stadt Rab. Dort angekommen, war noch reichlich Zeit fürs Schnorcheln und Schwimmen.

Canon EOS 7D (22mm, f/4.5, 1/30 sec, ISO400)

Canon EOS 7D (14mm, f/8, 1/25 sec, ISO400)

Canon EOS 7D (19mm, f/8, 1/80 sec, ISO100)

Canon EOS 7D (22mm, f/8, 1/160 sec, ISO100)

Canon EOS 7D (19mm, f/8, 1/1000 sec, ISO100)

 

Am letzten Tag legten wir in Rab, einer kleinen beschaulichen Hafenstadt, an. Nach einem kleinen Rundgang, einem Eis und etwas Entspannung, traten wir anschließend die Fahrt zum Zielhafen Punat an. Wir motorten an Rab vorbei. Auf dem Weg dorthin hat sich die Crew eines weiteren Segelboots dafür entschieden, einfach aufzustoppen und samt Besatzung baden zu gehen. Das sollte man allerdings nur machen, wenn man keine Segel draußen hat und sich an Bord noch Leute befinden, die das Boot zur Not steuern können. Dies bekam ein Besatzungsmitglied besonders zu spühren, als der junge Mann hinter seinem davontreibenden Boot herschwamm. Dieses gewann aufgrund der Segel auch gut anfahrt, sodass er dieses mit Schwimmen nicht mehr erreichte. Am Ende hat er es danke der Hilfe eines Mitseglers dann doch noch geschafft.

Natürlich haben wir die Gelegenheit der Windstille auch genutzt, um mitten auf der Adria ins kühle Nass zu springen. Natürlich mit einer Person zur Sicherheit an Board. Dies ist sehr wichtig, denn die Ruhe trübt. So war die Strömung unter dem Boot immernoch 0,7kn schnell, was man nicht unterschätzen darf. Entfernt man sich zu weit vom Boot, kann es passieren, dass es davon treibt.

Im Hafen angekommen, haben wir alles gepackt und den Abend ausklingen lassen.

Canon EOS 7D (10mm, f/8, 1/160 sec, ISO250)

Canon EOS 7D (14mm, f/8, 1/250 sec, ISO250)

Canon EOS 7D (24mm, f/8, 1/160 sec, ISO250)

Canon EOS 7D (24mm, f/8, 1/250 sec, ISO250)

Canon EOS 7D (10mm, f/8, 1/2000 sec, ISO250)

Canon EOS 7D (47mm, f/8, 1/500 sec, ISO250)

Canon EOS 7D (17mm, f/8, 1/1600 sec, ISO250)

Canon EOS 7D (14mm, f/8, 1/500 sec, ISO250)

Canon EOS 7D (52mm, f/8, 1/400 sec, ISO250)

 

Alles in Allem war es wieder ein sehr gelungener Trip. Das Segeln macht mir weiterhin sehr viel Spaß, wobei ich aufgrund von sehr viel Youtube-Videos und Büchern wesentlich sicherer im Umgang mit dem Boot geworden bin. Das liegt am dazugewonnenen Wissen und die Tatsache, dass man viele Dinge schon mal irgendwie gesehen hat. Nächstes Jahr wird dann der SKS-Schein angegangen, damit wir auch mal selbst eine Segelyacht chartern können. Zudem werden wir nächstes Jahr wahrscheinlich in einem anderen Segelrevier segeln.

Kommentare
Conni 30.09.2017 @ 01:15

Wieder supertolle Fotos. Motive genial in Szene gesetzt. Scharfer Blick fürs Detail. Gratulation 😀

Falk 08.10.2017 @ 17:28

Hi Basti, schöne Seite und wirklich tolle Fotos. Weiter so !


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